Mai 2012

Gidon Kremer - Ein Weltstar in Gohrisch

Gidon Kremer kommt zu den 3. Internationalen Schostakowitsch Tagen Gohrisch. Der weltberühmte Geiger wird in gleich zwei Festival-Konzerten zu erleben sein, in einem Kammerkonzert sowie als Solist in einem Orchesterkonzert mit der Sächsischen Staatskapelle Dresden. Kremer ist einer der bedeutendsten und vielseitigsten Geiger unserer Zeit. Neben dem klassischen Kernrepertoire hat er auch immer wieder mit Werken zeitgenössischer Komponisten interpretatorische Maßstäbe gesetzt

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„Ich sehe meinem Besuch in Gohrisch mit Vorfreude entgegen", äußerte sich Kremer zu seinem Engagement. „An diesem Ort die Musik von Schostakowitsch zu spielen, ist eine große Ehre. Schostakowitsch hat in Gohrisch eines seiner wichtigsten Werke geschrieben und darin seinem Innersten Ausdruck verliehen. Es ist eine wunderbare Idee, ihn hier mit einem regelmäßigen Festival und mit Beiträgen anderer bedeutender Komponisten seiner und unserer Zeit zu würdigen." Wie alle Mitwirkenden wird auch Kremer in Gohrisch auf sein Honorar verzichten.

Dmitri Schostakowitsch weilte 1960 und 1972 in dem idyllischen Luftkurort in der Sächsischen Schweiz. 1960 komponierte er hier mit dem achten Streichquartett op. 110 eines seiner persönlichsten Werke, das sein Leiden unter dem Sowjetregime in erschütternder Weise zum Ausdruck bringt. Seit 2010 richtet ein hierzu eingerichteter Verein – in enger Kooperation mit der Sächsischen Staatskapelle Dresden – die Internationalen Schostakowitsch Tage aus. Der dritte Jahrgang des Festivals findet vom 28. bis 30. September 2012 statt.

Gidon Kremer ist dem Festival auch anderweitig verbunden, und zwar als Mitglied des namhaften Kuratoriums, dem auch die Komponisten-Witwe Irina Antonowna, der Komponist Krzysztof Meyer sowie die Dirigenten Mariss Jansons und Christian Thielemann angehören. Auch über seinen Lehrer David Oistrach gibt es eine Verbindung zu Gohrisch: Der große Geiger, für den Schostakowitsch seine bedeutenden Violinwerke schrieb, war einst ebenfalls im Gohrischer Gästehaus des DDR-Ministerrates zu Gast.

Sonderangebot für Frühbucher
Mit der Bekanntgabe der Mitwirkung Gidon Kremers am diesjährigen Festival beginnt auch der Vorverkauf für die Festivalpässe (Kategorie A), die Eintritt zu sämtlichen Festival-Veranstaltungen ermöglichen. Vom 8. Mai bis 4. Juni 2012 sind diese zum Sonderpreis von Euro 160,- (statt später 180,-) in der Schinkelwache am Theaterplatz Dresden, in der Touristinformation Gohrisch (Tel. 035021 66166) sowie deutschlandweit bei allen CTS-Vorverkaufsstellen erhältlich. Der Verkauf für die Einzelkarten beginnt Anfang Juni nach Bekanntgabe des detaillierten Festivalprogramms.

28. – 30. September 2012
3. Internationale Schostakowitsch Tage Gohrisch
In Kooperation mit der Kammermusik der Sächsischen Staatskapelle Dresden
www.schostakowitsch-tage.de

Kontakt:
Internationale Schostakowitsch Tage Gohrisch
Katharina Riedeberger
Tel. 0177-351 73 28
kr@schostakowitsch-tage.de

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Mai 2012

Wiederaufnahme von Salome

Sie fordert den Kopf Jochanaans, um sich für seine Zurückweisung zu rächen, und fällt am Ende selbst Herodes’ Rache zum Opfer: Richard Strauss’ »Salome« ist in der Inszenierung von Peter Mussbach ab 3. Mai wieder an der Semperoper Dresden zu erleben. Evelyn Herlitzius singt Salome, Markus Marquardt den Propheten Jochanaan und Jürgen Müller, der kürzlich als Alwa in Bergs »Lulu« einen großen Erfolg in Dresden feierte, gibt König Herodes. Es dirigiert Tomáš Netopil, der Musikdirektor des Nationaltheaters Prag. Weitere Vorstellungen finden am 6. und 31. Mai statt.

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April 2012

Wiederaufnahme von Don Giovanni

Frühling wird’s, und an der Semperoper Dresden verführt Don Giovanni in Mozarts gleichnamiger Oper wieder wie eh und je die Frauen. Wiederaufnahme der Inszenierung von Willy Decker ist am 25. April um 19 Uhr mit dem finnischen Dirigenten Mihkel Kütson am Pult und mit teils neuer Besetzung. Markus Butter debütiert in der Titelpartie, Kammersängerin Ute Selbig singt die Edeldame Donna Elvira, Marjorie Owens die Komturstochter Donna Anna und Carolina Ullrich das Bauernmädchen Zerlina. Weitere Aufführungen finden am 10., 19. und 28. Mai statt.

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Februar 2012

William Forsythe Ballettabend

Höhepunkt des »William Forsythe Ballettabends« ist die Premiere einer Suite von Pas de deux, die speziell für das Semperoper Ballett neu kreiert und arrangiert wurde. Die Company präsentiert außerdem zwei weitere von Forsythes »klassischen« Choreografien: »Artifact Suite« und »Enemy in the Figure«. Premiere ist am 25. Februar um 20 Uhr.

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Februar 2012

Ode an den Frieden Lera Auerbachs Requiem »Dresden« wird in den Gedenkkonzerten der Staatskapelle uraufgeführt

Alljährlich musizieren die Sächsische Staatskapelle und der Staatsopernchor am 13. und 14. Februar ein Konzert im Gedenken an die Zerstörung Dresdens im Zweiten Weltkrieg. In diesem Jahr stehen diese Konzerte unter einem besonderen Vorzeichen: Zum ersten Mal seit über 50 Jahren erklingt zu diesem Anlass ein neu komponiertes Requiem, das neben der Auseinandersetzung mit der Vergangenheit auch das heutige Leid thematisiert und den Gedanken der Hoffnung mit einschließt. Mit dem von der Sächsischen Staatskapelle und der Stiftung Frauenkirche Dresden gemeinsam beauftragten Requiem »Dresden« stellt die Capell-Compositrice Lera Auerbach zugleich das umfangreichste Werk im Rahmen ihrer Dresdner Residenz vor. Uraufgeführt wird es am 11. Februar in der Dresdner Frauenkirche – dem Ort, an dem die künstlerische Idee entstand und der die Komponistin zu diesem Werk inspirierte. Lera Auerbach stand in den vergangenen Monaten in besonderer Weise im Fokus der Medien: Im August und September 2011 eröffnete die Komponistin mit der Aufführung ihrer »Dialogues on Stabat Mater« und der Uraufführung ihres neuen Streichquartettes »Songs of Alkonost«, das in der Semperoper und bei den Internationalen Schostakowitsch Tagen Gohrisch zu hören war, ihre Residenz als diesjährige Capell-Compositrice der Sächsischen Staatskapelle. Im November 2011 folgte die Uraufführung ihrer Oper »Gogol« am Theater an der Wien – ein Erfolg, der die Opernwelt aufhorchen ließ und Publikum wie auch zahlreiche Kritiker in Begeisterung versetzte. »Auerbach ist primär eine Melodikerin«, schwärmte Reinhard Brembeck in der Süddeutschen Zeitung. »Wer so fest an die Melodie glaubt, wer nichts anderes im Instrumentalen sucht, der kann auch brillant für Singstimmen schreiben.«

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In den diesjährigen Konzerten zum Dresdner Gedenktag steht die nächste Uraufführung eines vokalen Auerbach-Werkes an: das Requiem »Dresden«, das wie die Gogol-Oper abendfüllend sein wird und damit den größten Auftrag darstellt, den die Staatskapelle bislang an einen ihrer Capell-Compositeure vergeben hat. Hierfür kooperierte sie mit der Stiftung Frauenkirche Dresden. Gemeinsamer Wunsch der Auftraggeber und der Komponistin war eine Uraufführung im wieder aufgebauten Dresdner Gotteshaus, das für die Überwindung von Trauer und Tod durch Hoffnung und Versöhnung steht. So erklingt das Werk nun erstmals im direkten zeitlichen Vorfeld des Dresdner Gedenktages am 11. Februar und nachfolgend am 13. und 14. Februar auch in der Semperoper.

Für die in New York lebende russisch-amerikanische Komponistin ist das Requiem eine Herzensangelegenheit. Bei ihren bisherigen Aufenthalten in Dresden habe sie sich zwangsläufig mit der Historie der Stadt auseinandergesetzt. »Dresden ist durch die schreckliche Zerstörung im Zweiten Weltkrieg zu einem Symbol für unglaubliches Leid geworden, aber es ist heute eine Stadt, die ebenso für den friedlichen Wiederaufbau und für Erneuerung steht.« Deshalb ergänzte Lera Auerbach den Titel des Werkes im Laufe des Kompositionsprozesses durch den Untertitel »Ode to Peace« – »Ode an den Frieden«, womit sie den zentralen Gedanken der Versöhnung und der Hoffnung unterstreicht. Wichtig war ihr außerdem der Bezug zu Schillers Menschheits-Ode »An die Freude«, die zumindest in Teilen am Dresdner Elbufer entstanden ist.

Erste Requiem-Uraufführung seit 56 Jahren
Auerbach stellt mit dem Werk bereits ihre dritte Requiem-Komposition vor. 2007 entstand ihr in Bremen uraufgeführtes »Russian Requiem«, und bereits ein Jahr zuvor schrieb sie mit ihrer zweiten Symphonie ebenfalls ein vokal-symphonisches Werk, dem sie den Untertitel »Requiem for a Poet« gab. Beide Werke sind einer vergleichsweise traditionellen und dennoch individuellen Musiksprache verpflichtet, die den Hörer unmittelbar berührt und überwältigt. Dies dürfte sicher auch für das »Dresden«-Requiem zutreffen.
Neben der historischen Auseinandersetzung mit der Dresdner Geschichte ging diesem Werk auch eine umfassende theologische und linguistische Vorbereitung voraus: Für das insgesamt 18-sätzige Libretto griff Lera Auerbach neben dem Text der lateinischen Totenmesse auch auf eine Vielzahl anderer Texte zurück, darunter Psalmen, das »Vater unser« wie auch zentrale Gebete der jüdischen Liturgie, die der jüdisch-stämmigen Komponistin in besonderer Weise vertraut sind. So ist es zum einen der überkonfessionelle Charakter, der das Werk auszeichnet, zum anderen aber auch ein überzeitlicher: Den Jahrhunderte alten Gebetstexten stellt Auerbach Texte aus der Gegenwart gegenüber, etwa das Gebet von Father Judge, dem Kaplan der New Yorker Feuerwehr und ersten dokumentierten Opfer der Terroranschläge vom 11. September, oder ein Gedicht des Dresdner Autors Christian Lehnert, das dieser 2003 für die Glockenweihe der damals im Wiederaufbau begriffenen Frauenkirche schrieb. Das »Kyrie«, die Bitte um Erbarmen, wird in über 20 verschiedenen Sprachen gesungen – Ausdruck des universalen Anspruchs, den die Komponistin mit ihrem Werk verfolgt.

Lera Auerbachs »Ode an den Frieden« ist also in vielfacher Hinsicht eine Herausforderung. Auch in den Gedenkkonzerten der Staatskapelle nimmt das Requiem eine Sonderstellung ein: Seit 1956 ist in diesen Konzerten, in denen in der Regel die »klassischen« Totenmessen von Mozart, Brahms, Verdi oder auch Berlioz und Dvořák auf dem Programm stehen, keine Uraufführung mehr erklungen. 1956 dirigierte der damalige Kapellmeister Kurt Striegler ein eigenes Requiem, das er den elf Jahre zuvor in Dresden Umgekommenen widmete. Lera Auerbach schrieb ihr Werk – die aktuellen politischen und ideologischen Konflikte vor Augen – »im Gedenken an die Opfer nationalistischer Bewegungen auf der ganzen Welt«.

Musikalische Völkerverständigung
Dem Gedanken der Völkerverständigung ist auch die Auswahl der Interpreten des Dresdner Requiems verpflichtet, die das Werk in der Frauenkirche und in der Semperoper zur Aufführung bringen. »Wir haben sehr bewusst Künstler aus jenen Ländern ausgewählt, die im Zweiten Weltkrieg unter den Deutschen gelitten haben«, erläutert Jan Nast, Orchesterdirektor der Sächsischen Staatskapelle. So sind an den Konzerten – neben den Mitgliedern der Staatskapelle und den Männern des Staatsopernchors – ein russischer Dirigent (Vladimir Jurowski), ein englischer Bariton (Mark Stone), ein holländischer Countertenor (Maarten Engeltjes) sowie Knabenchöre aus London (St. Paul's Cathedral Choir) und New York (Saint Thomas Choir of Boys) beteiligt. Damit steht das Werk auch in einer Traditionslinie mit dem »War Requiem« von Benjamin Britten, der 1962 mit einer ähnlichen Wahl der Interpreten die Versöhnung zwischen den im Krieg verfeindeten Völkern unterstrich. Im Unterschied zu Britten sieht die Partitur des Requiems »Dresden« aber ausschließlich männliche Gesangsstimmen vor: »Es sind die Männer und Knaben, die als Soldaten bis heute die kriegerischen Auseinandersetzungen führen. Doch so lange Knaben singen, gibt es Hoffnung, dass die Spirale des Leids irgendwann ein Ende findet«, so die Komponistin.

Mit Vladimir Jurowski konnte für die Uraufführung ein Dirigent gewonnen werden, der biographisch eng mit Dresden verbunden ist und als ein profunder Anwalt nicht zuletzt der zeitgenössischen russischen Musik gilt. Der Principal Conductor des London Philharmonic Orchestra, der als Gastdirigent der Sächsischen Staatskapelle bereits seit mehreren Jahren regelmäßig für Höhepunkte des Dresdner Musiklebens sorgt, begann seine Ausbildung an der Dresdner Musikhochschule und ist heute einer der gefragtesten Dirigenten weltweit. Auch für ihn ist die Requiem-Uraufführung in den Dresdner Gedenkkonzerten, die traditionell ohne Beifall stattfinden und in einer Schweigeminute enden, etwas »sehr Bewegendes und Außergewöhnliches«.

Bereits am 10. Februar gibt Lera Auerbach in einem Künstlergespräch im Foyer der Semperoper Auskunft über ihr neues Werk und ihre ästhetischen Überzeugungen. Unmittelbar vor der Uraufführung am 11. Februar findet im Hauptraum der Frauenkirche zudem eine Konzerteinführung in Anwesenheit der Komponistin statt. (Textautor: Tobias Niederschlag)

Konzert in der Frauenkirche III
Samstag, 11. Februar 2012, 20 Uhr*
Frauenkirche Dresden
6. Symphoniekonzert
Montag, 13. Februar 2012, 20 Uhr
Dienstag, 14. Februar 2012, 20 Uhr
Semperoper Dresden
 
Vladimir Jurowski Dirigent
Maarten Engeltjes Countertenor
Mark Stone Bariton

Sächsische Staatskapelle Dresden
Matthias Claudi
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Theaterplatz 2
D-01067 Dresden
Tel. +49 (0)351 4911-380
Fax +49 (0)351 4911-328
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www.staatskapelle-dresden.de

 

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